Was sich in dir ansammelt

Du willst dein Gemüse anbraten und greifst zum Rapsöl.

Dabei denkst du dir nichts.

Genau das ist das Problem.

Denn Fett verschwindet nicht nach dem Essen.

Dein Körper baut es ein. In dein Fettgewebe und in deine Zellmembranen.

Dieses Depot erneuert sich über Jahre, nicht über Tage.

Was diesen Sommer in deiner Pfanne liegt, sitzt 2028 noch in dir.

Fettsäuren unterscheiden sich vor allem in ihrer Stabilität.

Gesättigte Fette haben keine Doppelbindung und halten Hitze problemlos aus.

Linolsäure hat zwei und oxidiert schon bei Licht, Luft und Wärme.

Sie ist die Omega-6-Fettsäure, von der du mit Abstand am meisten isst.

 

Sonnenblumenöl ist der Extremfall.

Butter hat weniger als ein Zwanzigstel davon.

Und Rapsöl wirkt daneben harmlos. Es hat immer noch das Siebenfache.

Kurzer Blick zurück ins Jahr 1942.

Kanada baute Raps damals nicht für die Küche an, sondern für den Krieg.

Das Öl schmierte Dampfmaschinen auf Schiffen und Zügen.

Kein anderes Schmiermittel haftete so zuverlässig auf nassem, heissem Metall.

Genau das war sein Wert.

Heute steht es in deiner Küche.

 

Was beim Braten passiert

Linolsäure ist nicht nur Brennstoff. Sie ist Rohstoff.

Dein Körper baut daraus die Botenstoffe, die Entzündungen auslösen.

Eine Entzündung ist kein Defekt. Sie ist ein Reparaturprogramm.

Die Frage ist, wie viel Rohstoff dafür permanent bereitliegt.

Dazu kommt die Hitze.

Beim Erhitzen zerfällt Linolsäure in Abbauprodukte.

Forscher in Quebec haben genau diese an Ratten verfüttert, 28 Tage lang.

Der Entzündungsmarker IL-6 stieg nur in einer einzigen Gruppe.

In der mit dem linolsäurereichsten Öl.

Viel Omega-6 plus Hitze. Das ist die Kombination.

Und diese Kombination wurde schon einmal getestet.

1968 startete das Minnesota Coronary Experiment. Doppelblind, mit 9423 Teilnehmern.

Eine Gruppe ersetzte gesättigtes Fett durch linolsäurereiches Pflanzenöl.

Das Cholesterin sank. Genau wie erwartet.

Die Sterblichkeit sank nicht.

Bei den über 65-Jährigen stieg sie sogar.

Die Daten lagen über 40 Jahre unveröffentlicht, bis sie 2016 im BMJ erschienen.

Brate ab morgen mit Butter oder Talg.

Nimm ein gutes Olivenöl für alles Kalte.

Und wirf bei Fertigprodukten kurz einen Blick auf die Zutatenliste.

Dein Fettgewebe verändert sich langsam.

Genau deshalb zählt jede Mahlzeit ab jetzt.

Liebe Grüsse

Dein Raw Animal Team

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