Blutarmut (Anämie): Ursachen, zu wenig rote Blutkörperchen und was du tun kannst

"Sie haben zu wenig rote Blutkörperchen." Diesen Satz hören viele zum ersten Mal nach einer Routine-Blutuntersuchung, oft ohne genau zu wissen, was er bedeutet.

Blutarmut, medizinisch Anämie, ist häufig. Sie ist aber keine eigene Krankheit, sondern ein Zeichen, dass im Körper etwas fehlt oder verloren geht.

In diesem Beitrag erfährst du, was Blutarmut ist, ab welchem Wert man davon spricht, welche Ursachen dahinterstecken, was du bei Blutarmut tun kannst und wie sich der Hämoglobinwert erhöhen lässt.

 

Was ist Blutarmut?

Bei einer Blutarmut hat das Blut zu wenig Hämoglobin oder zu wenige rote Blutkörperchen. Hämoglobin ist der eisenhaltige rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen. Er transportiert den Sauerstoff von der Lunge in den ganzen Körper.

Entscheidend für die Diagnose ist der Hämoglobinwert, kurz Hb. Nach WHO liegt eine Anämie bei folgenden Werten vor:

Blutarmut ab einem Hb-Wert unter
Frauen 12 g/dl (120 g/l)
Männer 13 g/dl (130 g/l)

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. 

 

Zu wenig rote Blutkörperchen: Woran du es merkst

Wenn weniger Sauerstoff in den Zellen ankommt, macht sich das im ganzen Körper bemerkbar. Typisch sind Müdigkeit, Blässe, Kopfschmerzen, Schwindel beim Aufstehen, Atemnot bei Belastung und eine verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Entwickelt sich eine Blutarmut langsam, gewöhnt sich der Körper erstaunlich gut daran. Viele Betroffene merken deshalb lange nichts. Welche Anzeichen speziell auf einen Eisenmangel hinweisen, liest du im Beitrag Eisenmangel Symptome.

 

Blutarmut Ursachen: Warum hat man zu wenig rote Blutkörperchen?

Die Ursachen einer Anämie lassen sich laut MSD Manual in drei Gruppen einteilen:

Ursache Beispiele
Blutverlust starke Menstruation, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Operationen, häufiges Blutspenden
Zu geringe Bildung roter Blutkörperchen Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folat, chronische Entzündungen, Nierenerkrankungen, Erkrankungen des Knochenmarks
Vermehrter Abbau roter Blutkörperchen Hämolyse, etwa durch erbliche Erkrankungen oder Autoimmunprozesse

Am häufigsten sind die Eisenmangelanämie und die Anämie bei chronischen Erkrankungen. Die häufigste Ursache eines Eisenmangels ist wiederum ein chronischer Blutverlust, an zweiter Stelle folgt eine eisenarme Ernährung.

Warum Frauen und Männer unterschiedlich häufig betroffen sind und woher der Eisenverlust kommt, liest du im Beitrag Eisenmangel Ursachen.

Blutarmut durch Vitamin-B12- oder Folatmangel

Für die Bildung roter Blutkörperchen braucht der Körper nicht nur Eisen, sondern auch Vitamin B12 und Folat. Fehlt eines davon, entstehen weniger, dafür auffallend grosse rote Blutkörperchen. Wichtig dabei: Folat allein darf erst gegeben werden, wenn ein Vitamin-B12-Mangel sicher ausgeschlossen ist.

Blutarmut im Alter

Bei älteren Menschen sind die häufigsten Ursachen chronische Erkrankungen wie Entzündungen, Infekte oder Krebs sowie ein Eisenmangel durch unbemerkte Blutungen. Laut MSD Manual deutet ein Eisenmangel bei Männern und bei Frauen nach den Wechseljahren in der Regel auf Blutungen im Verdauungstrakt hin. Eine Abklärung ist hier besonders wichtig.

 

Was tun bei Blutarmut?

Der wichtigste Schritt ist, die Ursache zu finden. Eine Blutarmut durch Eisenmangel wird anders behandelt als eine durch Vitamin-B12-Mangel oder eine chronische Erkrankung. Deshalb bestimmt die Ärztin oder der Arzt neben dem Hämoglobin meist weitere Werte, etwa die Grösse der roten Blutkörperchen, das Ferritin, Vitamin B12 und Folat.

Je nach Ursache sieht die Behandlung so aus:

  • Eisenmangel: Blutungsquelle suchen und behandeln, Eisen über Ernährung und meist zusätzlich über Präparate auffüllen
  • Vitamin-B12- oder Folatmangel: gezielte Ergänzung des fehlenden Nährstoffs, Vitamin B12 auch als Spritze
  • Chronische Erkrankung: Behandlung der Grunderkrankung

Wie du bei einem Eisenmangel konkret vorgehst, erklären wir im Beitrag Eisenmangel: Was tun?

Kläre Zweifel oder Unsicherheiten am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab. 

 

Hämoglobin erhöhen: So steigt der Hb-Wert

Den Hb-Wert erhöhen kannst du nur, wenn du die Ursache behebst. Bei einem Eisenmangel braucht der Körper Eisen, um neues Hämoglobin zu bilden. Nach Beginn einer Eisenbehandlung steigt das Hämoglobin meistens schon nach einigen Wochen an. Bis sich Hämoglobin und Ferritin normalisiert haben, dauert es aber meist drei bis sechs Monate.

Dafür sind diese Aussagen offiziell zugelassen:

  • Eisen trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei.
  • Vitamin B12 und Folat tragen zu einer normalen Blutbildung bei.
  • Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme.

Hb-Wert erhöhen mit Ernährung

Wenn du deinen Hämoglobinwert natürlich unterstützen willst, achte auf diese drei Bausteine:

  • Eisen, am besten als Häm-Eisen: Es steckt in Fleisch, Innereien und Blut. Der Körper nimmt es laut SGE effizienter auf als Eisen aus Pflanzen.
  • Vitamin B12 und Folat: Beide stecken reichlich in Leber, Folat zudem in grünem Blattgemüse und Hülsenfrüchten.
  • Vitamin C zu pflanzlichem Eisen: etwa Peperoni, Kiwi oder Orangensaft zur Mahlzeit.

Welche Lebensmittel am meisten Eisen liefern, zeigt unsere Tabelle im Beitrag Eisenhaltige Lebensmittel.

Kurz: Rote Blutkörperchen natürlich erhöhen heisst, dem Körper die Bausteine zu geben, die ihm fehlen. Fehlt nichts, steigt auch nichts.

 

Blut als Lebensmittel: Häm-Eisen in seiner ursprünglichsten Form

Blut war früher selbstverständlicher Teil der Küche, etwa in Blutwurst. Im Körper ist rund 60% des Eisens an Hämoglobin gebunden. Blut liefert Eisen deshalb genau in der Form, die der Körper als Häm-Eisen gut aufnimmt.

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Für Vitamin B12 und Folat ist die Leber die reichste natürliche Quelle. Wenn du sie nicht kochen möchtest, dann findest du sie gefriergetrocknet in unseren Bio Rinderleber Kapseln. Beides sind Lebensmittel, die eine ärztliche Abklärung und Behandlung nicht ersetzen.

Häufige Fragen

Was ist die häufigste Ursache für Blutarmut?

Am häufigsten ist die Eisenmangelanämie, gefolgt von der Anämie bei chronischen Erkrankungen. Hinter einem Eisenmangel steckt meist ein chronischer Blutverlust, etwa durch die Menstruation oder unbemerkte Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Warum hat man zu wenig rote Blutkörperchen?

Entweder verliert der Körper Blut, er bildet zu wenig rote Blutkörperchen, zum Beispiel wegen eines Mangels an Eisen, Vitamin B12 oder Folat, oder er baut sie zu schnell ab. Welche Ursache vorliegt, klärt ein Blutbild.

Ab welchem Hb-Wert hat man Blutarmut?

Nach WHO bei Frauen unter 12 g/dl und bei Männern unter 13 g/dl. In der Schwangerschaft gelten tiefere Grenzwerte.

Wie kann ich meinen Hämoglobinwert schnell erhöhen?

Schnell geht es nur, wenn die Ursache gezielt behandelt wird, bei Eisenmangel meist mit Eisenpräparaten oder einer Infusion. Die Ernährung unterstützt, wirkt aber langsamer. Bis sich die Werte normalisiert haben, dauert es oft drei bis sechs Monate.

Ist Blutarmut gefährlich?

Das hängt von Ursache und Ausmass ab. Eine leichte Blutarmut ist oft gut behandelbar, sie kann aber auch auf eine ernste Erkrankung hinweisen. Deshalb sollte jede Blutarmut ärztlich abgeklärt werden.

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